Grundlagen 8 Min.

CNC-Drehen

Von der Drehbewegung bis zum Fertigteil: Alles, was Sie über CNC-Drehen wissen müssen – Verfahren, Werkstoffauswahl, Toleranzen und wirtschaftliche Aspekte.

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Was ist CNC-Drehen?

CNC-Drehen (Computerized Numerical Control) ist ein spanendes Fertigungsverfahren, bei dem das Werkstück rotiert und ein feststehendes oder angetriebenes Werkzeug Material abträgt. Die CNC-Steuerung ermöglicht hochpräzise, reproduzierbare Bearbeitungen. Drehteile kommen überall zum Einsatz: von Wellen und Achsen im Maschinenbau über Hydraulikkolben bis hin zu Präzisionsbuchsen in der Medizintechnik.

  • Rotationssymmetrische Werkstücke: Wellen, Buchsen, Flansche, Bolzen
  • Verfahrwege: typisch Ø 10 – 500 mm, Längen bis 2.000 mm
  • Genauigkeiten im Bereich IT6 – IT7 (ca. 10 – 30 µm) sind Standard
  • Oberflächen bis Ra 0,4 µm ohne Nachbearbeitung erreichbar
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Verfahrensvarianten

Die CNC-Drehbearbeitung umfasst mehrere Verfahrensvarianten, die je nach Bauteilgeometrie kombiniert werden:

  • Längsdrehen – Konturgebung entlang der Rotationsachse, z.B. für Wellenabsätze
  • Plandrehen – Erzeugung planer Stirnflächen senkrecht zur Achse
  • Einstechen – Nuten, Freistiche und Einstiche nach DIN 509
  • Gewindedrehen – Innen- und Außengewinde (metrisch, Fein, Trapez, Whitworth)
  • Bohren & Tieflochbohren – Axiale Bohrungen direkt in der Drehmaschine
  • Angetriebene Werkzeuge – Fräsen, Bohren, Gewindeschneiden radial und axial auf der Drehmaschine (Komplettbearbeitung)
Praxis-Tipp

Angetriebene Werkzeuge reduzieren Aufspannungen und steigern die Lagegenauigkeit erheblich. Lochkreise und Passfedernuten lassen sich so in einer Aufspannung herstellen.

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Werkstoffe im CNC-Drehen

Grundsätzlich lassen sich fast alle Metalle und viele Kunststoffe drehen. Die Zerspanbarkeit wird maßgeblich durch Härte, Zähigkeit und Wärmeleitfähigkeit bestimmt:

  • Baustähle (C45, S355): Sehr gut zerspanbar, wirtschaftlich
  • Vergütungsstähle (42CrMo4): Standard im Maschinenbau, gute Festigkeit
  • Edelstähle (1.4301, 1.4404): Neigung zum Kaltverfestigen → scharfe Werkzeuge, hohe Schnittgeschwindigkeit
  • Werkzeugstähle (1.2379, 1.2343): Im weichen Zustand bearbeitbar, nach Härten oft Schleifen nötig
  • Aluminium (AlMgSi, AlCu): Hohe Schnittgeschwindigkeiten (> 300 m/min), gute Oberflächen
  • Messing (CuZn39Pb3): Kurzspanend, exzellente Oberflächen
  • Kunststoffe (POM, PEEK, PA): Spezialwerkzeuge mit polierten Schneiden empfohlen
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Toleranzen & Oberflächen

Die erreichbare Genauigkeit hängt von Maschinensteifigkeit, Werkzeugverschleiß, Aufspannung und Werkstoff ab. Im CNC-Drehen gilt:

  • Standardtoleranzen: IT8 – IT9 (allgemein wirtschaftlich)
  • Präzisionstoleranzen: IT6 – IT7 (mit Feinstbearbeitung)
  • Sondermaße: ≤ IT5 möglich (oft Nachschleifen nötig)
  • Oberflächengüte: Ra 1,6 µm (Standard) bis Ra 0,4 µm (Feindrehen/Hartdrehen)
  • Rundlauf: 5 – 10 µm ohne Schleifen | ≤ 2 µm mit Schleifen
Kostentipp

Toleranzen nur dort angeben, wo funktionsbedingt nötig. Eine Tolerenz IT7 statt IT6 kann die Bearbeitungszeit um 20–30 % reduzieren.

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Wirtschaftlichkeit & Stückzahl

CNC-Drehen ist bei Einzelstücken und Kleinserien besonders wirtschaftlich, da die Programmierung flexibel und die Rüstzeiten vergleichsweise kurz sind. Die Stückkosten sinken mit zunehmender Losgröße deutlich, weil Rüstkosten umgelegt werden können.

  • Einzelteil: Rüstkosten dominieren → einfache Geometrien wirtschaftlich
  • Kleinserie (5 – 50 Stk.): Optimaler Bereich für CNC-Drehen
  • Serie (50 – 500 Stk.): Sehr wirtschaftlich, Werkzeugverschleiß einplanen
  • Großserie (> 500 Stk.): CNC-Drehautomaten oder Stangenlader empfohlen

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